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Es
war einmal . . .
so fängt die Geschichte aller DRK-Schwesternschaften im 19.
Jahrhundert an, zu einer Zeit, in der die Kriegsführung zum
Tagesgeschehen von Regierungen gehörte. Die Kriege
erschütterten nicht nur die soziale und wirtschaftliche Struktur
aller beteiligten Staaten, stets betroffen war die Bevölkerung.
Unermeßlich viele Verwundete bedurften der Pflege und Behandlung.
Soziale Frauenvereine verschrieben sich der Kranken- und
Verwundetenpflege und organisierten eine Ausbildung unter der Flagge
des Roten Kreuzes.
Im 20. Jahrhundert setzten der 1. und 2. Weltkrieg ebenfalls tiefe
Wunden. In jener Zeit lebte Elsa Brändström, Tochter eines
schwedischen Militärattaches. Am 26.03.1888 in St. Petersburg
geboren, verlebte Elsa Brändström ihre Jugend in Schweden und
kehrte erst als 20jährige nach Rußland zurück. Sechs
Jahre später brach der 1. Weltkrieg aus und die junge Schwedin
beschloß, sich der Not der deutschen und
österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen in den russischen
Lagern anzunehmen. Als Delegierte des Schwedischen Roten Kreuzes
bereiste sie ganz Rußland und sorgte für Lebensmittel,
Medikamente und Geld und vermittelte erste Kontakte mit den
Angehörigen der Gefangenen. Sie scheute nicht die unmenschlichen
Strapazen der Reisen in die entferntesten Lager jenseits des Urals und
war bald als "Engel von Sibirien" bekannt.
Nach Kriegsende bemühte sich Elsa Brändström um die
Heimführung der Gefangenen, rettete viele Menschenleben und setzte
ihre Arbeit auch zu Friedenszeiten fort. Mit Spendengeldern
gründete sie in Deutschland Sanatorien für heimkehrende
Kriegsinvaliden und ein Heim für Kriegswaisen. Sie starb am 04.
März 1948 in ihrer Wahlheimat USA.
Ihr zu Ehren erhielt unsere Schwesternschaft bei ihrer Neugründung
am 04. Juni 1948 den Beinamen "Elsa Brändström" e.V., denn
ebenfalls durch Kriegswirren mußten die vertriebenen
Rotkreuzschwestern aus Stettin und Eberswalde eine neue Heimat finden.
Der Vorstand der damaligen Britischen Zone beschloß den Sitz der
DRK-Schwesternschaft in Flensburg anzusiedeln. Hier erbauten die
Schwestern 1954 das Mutterhaus in der Mürwiker Straße,
daß auch heute noch zentrale Begegnungsstätte,
Verwaltungssitz und Feierabendhaus ist.
Die Zeit hat sich geändert, aus den demütigen und selbstlos
dienenden Frauengemeinschaft von einst wurde eine fortschrittliche und
selbstbewußte DRK-Schwesternschaft. Erhalten hat sich der
Leitspruch von Elsa Brändström, der stets unser Handeln
begleitet.
"Das Einzige, worauf es
ankommt, ist das ständige
Bemühen, den Mitmenschen
das Leben erträglich zu
gestalten und für sie Freude
zu schaffen."
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